Schiefermuseum

Eröffnung der Villa Rother und des Espace Nic. Molitor

Veröffentlicht: 30/06/2026 - 12:12
Aktualisiert: 30/06/2026 - 15:21
3 Minuten
Source: Musée de l'Ardoise

Am 13. Juni 2026 öffnete die Villa Rother des Schiefermuseums nach umfangreichen Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Arbeiten wurden gemeinsam vom INPA und dem Schiefermuseum durchgeführt, um die Authentizität dieses bedeutenden Bauwerks des luxemburgischen Schiefererbes zu bewahren. Mit einer Investition von 4,3 Millionen Euro in die Renovierung und die museale Inszenierung stellt das Projekt einen wichtigen Meilenstein für die Aufwertung des Schiefererbes dar. 

Im Herzen der Villa befindet sich heute der Espace Nic. Molitor, der dem Werk des Fotografen Nic. Molitor gewidmet ist. Das Schiefermuseum wurde 2024 Eigentümer seiner Sammlung, die nahezu 3.000 Fotografien umfasst, darunter rund 2.000 Glasplattennegative und 1.750 Papierabzüge. Diese einzigartige Sammlung dokumentiert auf eindrucksvolle Weise das gesellschaftliche, kulturelle und industrielle Leben der Region in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Eine Auswahl von 265 Fotografien wird in der Dauerausstellung „ROTHER & MOLITOR – Ein fotografisches Erbe“ präsentiert. 

Ausgehend vom fotografischen Nachlass von Nic. Molitor, einem Freund und Geschäftspartner von Auguste Rother, ist die Ausstellung im ehemaligen Wohnhaus der Besitzer der Schiefergruben eingerichtet. Sie lässt die Besucherinnen und Besucher in die Welt der Familie Rother eintauchen und ordnet deren Geschichte zugleich in ihren historischen Kontext ein. Durch den Blick von Nic. Molitor entsteht ein eindrucksvolles Bild des Alltags in Bigonville, Haut-Martelange und den Ardennendörfern zwischen 1900 und 1950 – einer Epoche, die maßgeblich von der Industrialisierung, dem Schieferabbau und den beiden Weltkriegen geprägt war. 

Die Originale – sowohl die Glasplattennegative als auch die Papierabzüge – werden im Centre national de l'audiovisuel (CNA) in Düdelingen aufbewahrt, um ihre langfristige Erhaltung sicherzustellen. Die digitalen Reproduktionen können im Dokumentationszentrum des Schiefermuseums im ersten Stock der Villa Rother eingesehen werden. Dieses umfasst die Bibliothek der ehemaligen Firma Rother, einen Archivraum mit Originalplänen und Fotografien sowie eine Dunkelkammer für Workshops zur historischen Fotografie. Der Zugang zum Dokumentationszentrum ist nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. 

Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit dieses neuen kulturellen Angebots gelegt. Alle öffentlich zugänglichen Bereiche sind vollständig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Eine zweite Ausbauphase ist bereits geplant, um die Inhalte mithilfe spezieller Angebote auch für Menschen mit Sehbehinderungen oder geistigen Beeinträchtigungen zugänglich zu machen. Vorgesehen ist unter anderem die Erstellung von Informationsmaterialien in Leichter Sprache (FALC – Facile à lire et à comprendre). 

In der Villa Rother befinden sich außerdem die Räumlichkeiten des Vereins „D’Frënn vun der Lee“ eines langjährigen Partners des Schiefermuseums. Die straßenseitig gelegene Ebene ist ausschließlich den Vereinsaktivitäten vorbehalten und umfasst Büros, einen Sitzungsraum sowie Nebenräume. Dieser Gebäudeteil ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 

Das Schiefermuseum und die Villa Rother sind das ganze Jahr über von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. 

Der Zugang zum Museumsgelände sowie zu den oberirdischen Gebäuden ist kostenlos. Lediglich die Besichtigung des unterirdischen Rundgangs ist kostenpflichtig. 

Für den Besuch des Stollens empfehlen wir Ihnen stets festes Schuhwerk sowie eine warme Jacke – auch an heißen Sommertagen. 

Besucherinnen und Besucher können ihren Besuch online über den Webshop (www.ardoise.lu), telefonisch unter +352 23 640 141 oder direkt an der Museumskasse reservieren (https://maps.app.goo.gl/RekNoK3tNUUbMtRt6). 

Der letzte Einlass in den unterirdischen Rundgang erfolgt um 16.30 Uhr. 

Das Museum ist montags sowie am 25. Dezember und am 1. Januar geschlossen.

Foto: Capsule
Foto: Capsule
Foto: Capsule
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