Vision territoriale

Unsere kantonale Vision wird Realität

Veröffentlicht: 03/03/2026 - 10:52
Aktualisiert: 03/03/2026 - 12:48
5 Minuten
Foto: Charles REISER

Nach mehreren Jahren der Analysen, öffentlichen und politischen Befragungen sowie der Festlegung strategischer Leitlinien geht der Kanton Réiden nun in die konkrete Umsetzung seiner Raumvision 2035–2050 über.

Am 2. März wurde das entsprechende Arbeitsprogramm im Beisein des Ministers für Wohungsbau und Raumentwicklung, Claude Meisch, sowie unserer politischen Vertreter und der kommunalen und staatlichen Beamten vorgestellt.

Foto: Charles REISER

Bei dieser Gelegenheit würdigte der Minister die Qualität der interkommunalen Zusammenarbeit im Kanton Réiden sowie die im Rahmen dieses Projekts geleistete Arbeit. Zudem bestätigte er die Fortführung seines Engagements für die Umsetzung dieser Vision.

Arbeitsprogramm 2026/27

In einer ersten Phase wurden sieben prioritäre Projekte von den gewählten Vertretern identifiziert, um eine solide Grundlage für die zukünftige Entwicklung unseres Kantons zu schaffen.

Diese Projekte decken alle fünf Handlungsfelder der Raumvision ab:

  1. Governance und Zusammenarbeit,
  2. Zentralitäten im ländlichen Raum,
  3. Nachhaltige und flächensparende Regionalentwicklung,
  4. Energieautarkie, Klimaanpassung und Ressourcenschutz,
  5. Mobilität, Tourismus und Digitalisierung.

Eine Broschüre, die die Raumvision und ihre fünf Handlungsfelder im Detail vorstellt und den Titel „Raumvision Kanton Réiden 2035–2050“ trägt, wurde in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wohnungsbau und Raumplanung ausgearbeitet. Sie ist auf der Website des Kantons verfügbar:

Die nachfolgend vorgestellten sieben Projekte werden in den Jahren 2026–2027 umgesetzt und werden im Rahmen der Kooperationsvereinbarung Staat–Syndikat Kanton Réiden finanziell vom Ministerium für Wohnungsbau und Raumplanung unterstützt.

1. Governance und Zusammenarbeit: ein kooperierender Kanton

Strukturelle Neuorganisation des SIRK

Eines der aktuell wichtigsten Projekte betrifft die interne Neuorganisation des Syndikats Kanton Réiden. Angesichts der schrittweisen Erweiterung seiner Aufgaben und der steigenden Mitarbeiterzahl zielt diese Maßnahme darauf ab, die Effizienz, Transparenz und Funktionsweise der Organisation zu verbessern.

Das Projekt umfasst eine eingehende Analyse der bestehenden Organisation, die Ausarbeitung eines neuen Organigramms, die Klärung der Rollen und Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden und der politischen Verantwortlichen sowie die Optimierung der Arbeitsprozesse. Ein auf Organisation spezialisierter Beratungsdienst begleitet das Syndikat während des gesamten Prozesses.

Machbarkeitsstudie für ein regionales Verwaltungsgebäude

Parallel dazu wird eine Machbarkeitsstudie für ein regionales Verwaltungsgebäude gestartet. Ziel ist es, die Möglichkeit zu prüfen, die derzeit auf mehrere Standorte verteilten Dienste des Syndikats Kanton Réiden zu bündeln, um Synergien zu fördern, die Zugänglichkeit für Bürger zu verbessern und die interne Zusammenarbeit sowie Kommunikation zu stärken.

Das zukünftige Verwaltungsgebäude könnte neben der Verwaltung des Syndikats auch weitere Strukturen beherbergen, die im Rahmen der Studie definiert werden. Diese Studie wird eine wichtige Entscheidungsgrundlage für zukünftige politische Weichenstellungen bilden, indem sie potenzielle Standorte identifiziert, ein erstes architektonisches Konzept skizziert und eine erste Kostenschätzung liefert.

Austausch zwischen Gemeindeverwaltungen

Das Projekt „Austausch zwischen Gemeindeverwaltungen“ zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden des Kantons Réiden angesichts der zunehmenden Komplexität der kommunalen Aufgaben zu stärken. Regelmäßige Austauschplattformen werden Verwaltungs- und technische Dienste zusammenbringen, um Erfahrungen, bewährte Praktiken und Kompetenzen zu teilen.

Koordiniert vom Syndikat Kanton Réiden mit Unterstützung des Ministeriums für Raumplanung wird diese technische Plattform auch die Umsetzung der Raumvision begleiten. Diese Austausche tragen dazu bei, die Effizienz der Dienstleistungen zu steigern, Doppelarbeit zu vermeiden und die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken.
 

2. Zentralitäten im ländlichen Raum: ein verlässlicher Kanton

Ausarbeitung eines Kulturentwicklungsplans

Um den Bedarf an Infrastrukturen und kulturellen Angeboten besser zu erfassen, haben die gewählten Vertreter beschlossen, zunächst eine Analyse durchzuführen, nämlich die Erstellung eines Kulturentwicklungsplans. Dieses strategische Dokument wird die kulturellen Bedürfnisse des Gebiets definieren, die zu stärkenden Angebotsbereiche (Musik, Theater, bildende Kunst, Vereinsleben) sowie die langfristig erforderlichen Infrastrukturen und Kooperationen festlegen.

Der Plan wird auch klären, ob die Schaffung eines regionalen Kulturzentrums sinnvoll ist und in welcher Form dies erfolgen könnte.

3. Nachhaltige und flächensparende Regionalentwicklung: ein lebenswerter Kanton

Neue Wohnformen – strategische Phase

Das Projekt „Neue Wohnformen“ tritt 2026–2027 in eine strategische Reflexionsphase ein. Ziel dieser ersten Etappe ist es, auf demografische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen sowie den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt zu reagieren.
Die Arbeiten umfassen insbesondere:

  • die Analyse des Bedarfs (generationenübergreifendes Wohnen, Wohngemeinschaften, partizipatives Wohnen, temporäres Wohnen, sozialer Wohnungsbau usw.),
  • die Prüfung bestehender kommunaler Regulierungsrahmen,
  • die Identifizierung von Hemmnissen und Innovationspotenzialen,
  • die Vorbereitung einer Entscheidungsgrundlage für zukünftige Pilotprojekte.

In dieser Phase sind noch keine Bauprojekte vorgesehen: Ziel ist es, einen kohärenten und gemeinsamen Rahmen zu schaffen, der mittelfristig die Umsetzung angepasster Lösungen im ländlichen Kontext ermöglicht.

Foto: Braam van Wyk

4. Energieautarkie, Klimaanpassung und Ressourcenschutz: ein resilienter Kanton

Machbarkeitsstudie für eine kantonale Stromverteilung

In den letzten Jahren hat der Kanton Redange einen starken Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion erlebt, während Strom durch Wärmepumpen und die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs immer wichtiger wird. Diese Entwicklung wirft die zentrale Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auf, das für die Stabilität des Netzes und das Gelingen der Energiewende entscheidend ist.
Der erste Schritt in Richtung Energieautarkie besteht in einer Machbarkeitsstudie zur Stromverteilung auf kantonaler Ebene.

Diese soll zu konkreten und priorisierten Empfehlungen führen, die die nächsten Schritte, die einzubindenden Akteure sowie die Voraussetzungen für eine schrittweise und realistische Umsetzung aufzeigen.

5. Mobilität, Tourismus und Digitalisierung: ein vernetzter Kanton

Vorprojekt für einen Wanderweg „Lebensweg“

Im Bereich sanfte Mobilität und Tourismus sieht das Programm die Entwicklung eines Wanderwegs vor, der alle neun Gemeinden des Kantons durchquert und die verschiedenen touristischen Unterkünfte miteinander verbindet.

Für den Zeitraum 2026–2027 liegt der Schwerpunkt auf einer vorbereitenden und partizipativen Phase, die insbesondere die Definition des Konzepts, die Identifizierung möglicher Routen, die Abstimmung mit Grundeigentümern und lokalen Akteuren sowie die Analyse von Wegerechten und Umweltauflagen umfasst.

Ziel dieses Projekts ist es, das natürliche, kulturelle und spirituelle Erbe des Kantons aufzuwerten und gleichzeitig ein nachhaltiges touristisches Angebot zu entwickeln sowie die regionale Attraktivität zu stärken.

Schlussfolgerung

Die für den Zeitraum 2026–2027 vorgesehenen Projekte bilden eine grundlegende Phase der Raumvision Kanton Réiden 2035–2050. Durch den Fokus auf strukturierende Studien und Konzepte schafft sich der Kanton solide Grundlagen, um zukünftige Investitionen fundiert, nachhaltig und abgestimmt zu steuern.
Wir werden Sie regelmäßig über den Fortschritt dieser Projekte informieren und danken dem Ministerium für Wohnungsbau und Raumplanung für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Unterstützung während des gesamten Prozesses.
 

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